Ergebniss des Fahrradklimatest 2014



Ergebnisse für Leverkusen

Leverkusen mit mittelmäßigen Noten — Nachholbedarf beim baulichen Zustand vieler Radwege

Beim in Berlin vorgestellten Fahrradklima-Test des ADFC landete Leverkusen erneut nur im Mittelfeld auf Platz 18 der fahrradfreundlichsten Städte seiner Größe. 147 Leverkusener hatten an der bundesweiten Befragung teilgenommen.

Unzufrieden sind Leverkusener Radfahrerinnen und Radfahrer vor allem mit der fehlenden Falschparkerkontrolle auf Radwegen, der Führung des Radverkehrs an Baustellen und der Bereitstellung öffentlicher Fahrräder.




Lichtblicke gab es dagegen bei der Erreichbarkeit der Stadtzentren, dem zügigen Rad fahren und Erreichen der Ziele und der Wegweisung für Radfahrer.


Die ADFC-Vorsitzende Marie-Agnes Kratz sagt: „Fahrradfreundlichkeit ist ein guter Gradmesser für die Lebensqualität in einer Stadt — deshalb macht es uns Sorgen, dass sich die Leverkusener auf dem Rad nicht wohler fühlen. Der Fahrradklima-Test zeigt für andere Städte, dass kontinuierliche Radverkehrsförderung auch honoriert wird und sich in einem guten Verkehrsklima niederschlägt. Schon mit kleineren Maßnahmen ließe sich die Situation deutlich verbessern, z.B. durch für Radfahrer geöffnete Einbahnstraßen, mehr Tempo-30-Zonen und radfahrerfreundliche Lösungen an Baustellen. Wenn Leverkusen will, dass mehr Menschen aufs Rad steigen und damit etwas Gutes für ihre Gesundheit und die Stadt tun, dann muss mehr getan werden als nur von Radverkehrsförderung zu reden. Der ADFC steht mit Fachwissen als Dialogpartner bereit.“



Leverkusen liegt bundesweit auf Platz 18 in der Kategorie der Städte über 100.000 Einwohner, im Landesvergleich auf Platz 5 von 13 in NRW. Gegenüber dem letzten Test im Jahr 2012 (Note 4,0) hat sich Leverkusen geringfügig verbessert.

Im Durchschnitt geben die Leverkusener die Note befriedigend (3,8) für die Fahrradfreundlichkeit.

Mehrere Teilnehmer merkten kritisch an, dass die Radwege mit Ausnahme des Dhünnradwegs nicht gepflegt und repariert werden, dass Drängelgitter die Weiterfahrt behindern und die Führung an Kreisverkehren gefährlich sei. Positiv wird der Radweg „Balkantrasse“ hervorgehoben.



Die Mehrzahl der Teilnehmer sagt, dass die Ampelschaltungen nicht gut auf Radfahrer abgestimmt sind und die Radwege und Radstreifen oft zu schmal sind.



Hier können Sie die detaillierten Ergebnisse des Fahrradklima-Tests 2014 für Leverkusen als pdf-Datei herunterladen.

Den Fragebogen des Fahrradklimatest 2014 finden Sie hier.

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30.000 NRW-Radler bewerten ihre Städte

Münster erneut Sieger im ADFC-Fahrradklima-Test
NRW stellt die meisten Siegerkommunen, aber auch einge Schlusslichter

Eher ernüchternd bewerten die nordrhein-westfälischen Radler das Fahrradklima im Land; Das Ergebnis zeigt sich breit gefächert zwischen den Bewertungen von gut bis schlecht. Auch in den führenden Städten fallen die Benotungen für die Radfahrbedingungen in NRW wie bundesweit nur mäßig aus. Lichtblicke sind eher dünn gesät. Bundesweit beantworteten 100.000 Radfahrer, davon 30.000 aus NRW, die 28 Interviewfragen. Deutschlandweit haben 468 Städte und Gemeinden die notwendige Teilnehmerzahl erreicht und konnten so in die offizielle Wertung kommen. 137 dieser Kommunen liegen in NRW, fast doppelt so viele wie vor zwei Jahren.

An die Spitze der großen Städte in NRW (mehr als 200.000 Einwohner) setzen die befragten Radfahrer Münster (auch bundesweit Platz 1!), gefolgt von Oberhausen und Bielefeld. Am unteren Ende liegen Köln, Bochum, und Mönchengladbach.

Wuppertal, beim letzten Test 2012 bundesweites Schlusslicht, hat sich hingegen um sieben Plätze hochgearbeitet und verbesserte sich bei den großen Städten mehr als alle anderen Städte. „Wuppertal hat sich die rote Laterne von 2012 zu Herzen genommen und nach der Decke gestreckt“, kommentierte ADFC NRW-Landesvorsitzender Thomas Semmelmann das Ergebnis, „und das honorieren Radler auch.“

Bei den „kleinen Großstädten“ (100.000-200.000 Einwohner) bilden Hamm, Paderborn und Herne das Spitzenfeld. Sie gehören auch bundesweit zu den TOP 10 ihrer Größenklasse. Mit Remscheid, Bergisch Gladbach und Schlusslicht Hagen kommen auch die Städte mit dem größten Verbesserungsbedarf aus Mittelgebirgsstädten ohne Fahrradtradition.


Bei den kleineren Städten (50.000-100.000 Einwohner) schafften es Bocholt, Wesel und Ibbenbüren unter die ersten vier Plätze. Am anderen Ende der Liste, bei den Städten Menden, Siegen und Lüdenscheid zeigt sich wieder, dass Radverkehrsförderung im Mittelgebirge besonders anspruchsvoll ist.

Besonders hervorzuheben ist die neue und kleinste Stadtgrößengruppe (weniger als 50.000 Einwohner), in der sich sieben Städte aus NRW unter den TOP 10 ihrer Größenklasse befinden: Reken, Rhede, Wettringen, Heek, Vreden, Dülmen und Meckenheim. Stark verbessert haben sich: Heiligenhaus und Wipperfürth.

Insgesamt weisen die beiden Kategorien der kleineren Städte (50.000-100.000 und weniger als 50.000 Einwohner) bessere Ergebnisse auf als die der größeren Städte. Die besten Schulnoten über alle Einwohner-Größenklassen bundesweit erhielten Reken und Bocholt. Die NRW-Spitzenreiter der verschiedenen Größenklassen liegen alle in der Region Münsterland/Niederrhein. Offensichtlich strahlt hier die niederländische Fahrradkultur über die Landesgrenze. Das Ergebnis zeigt: Wo Fahrradfahren selbstverständlich ist, da fühlen sich Radfahrer wohl.

Unter dem Strich sehen die Alltags- und Gelegenheitsradfahrer in fast jeder Stadt noch einen erheblichen Handlungsbedarf. Die Mehrzahl der Fahrradklima-Test Teilnehmer fühlt sich beim Radfahren nicht sicher. Es gibt also für das Land wie für die Kommunen noch eine ganze Menge zu tun. Das Beispiel Wuppertal zeigt, dass die Städte, die in den vergangenen Jahren mit Nachdruck den Radverkehr gefördert haben, auch bessere Bewertungen erhielten.



Besonders genervt sind Radfahrer von Störfaktoren auf ihrem Weg und, dass sie mit unkomfortablen Lösungen abgespeist werden. Hierzu gehören das geduldete Parken auf Radwegen, ungeeignete Ampelschaltungen, fehlender Herbst- und Winterdienst für Radwege und abrupte Unterbrechungen durch Baustellen. Genau diese Punkte erfordern keinen Umbau der Städte und Gemeinden, sondern nur eine Veränderung im Betrieb. „Städte und Gemeinden könnten von daher schon kurzfristig und mit wenig Aufwand zu einer wirkungsvollen Verbesserung des Fahrradklimas beitragen,“ so der ADFC NRW-Vorsitzende.


Hier können Sie die detaillierten Ergebnisse für ganz NRW (in gelb markiert) als pdf-Datei herunterladen.

Nähere Informationen zu allen Städten in NRW finden Sie unter http://www.adfc-nrw.de/aktuelles.html.

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ADFC-Bundesverband gibt die Ergebnisse des Fahrradklima-Tests bekannt

Zum sechsten Mal konnten Radfahrerinnen und Radfahrer bewerten, wie fahrradfreundlich ihre Stadt oder Gemeinde ist. 100.000 Menschen haben teilgenommen.

Insgesamt haben 468 Städte und Gemeinden die Mindestteilnehmerzahl erreicht und konnten so in die offizielle Wertung kommen.

Am 19. Februar 2015 wurden je zwölf Städte als „Spitzenreiter“ und „Aufholer“ in Sachen Fahrradfreundlichkeit ausgezeichnet. Die Urkunden überreichten Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), und Ulrich Syberg, ADFC-Bundesvorsitzender, in Berlin.

Die Bestplatzierten im ADFC-Fahrradklima-Test 2014 sind Münster, Karlsruhe, Freiburg, Erlangen, Oldenburg, Ingolstadt, Bocholt, Nordhorn, Wesel, Reken, Ketzin und Rhede. Viele der Städte sind alte Bekannte auf den ersten Plätzen des Tests, der zum sechsten Mal durchgeführt wurde.

Der Test zeichne Kommunen aus, die den Radverkehr besonders vorantreiben, und biete den anderen zugleich konkrete Anhaltspunkte für Verbesserungen — sei es bei der Sicherheit, dem Wegenetz oder auch bei den Abstellmöglichkeiten. Die Auszeichnung ist damit Dank und Ansporn zugleich, sagte Staatssekretär Bomba.

Besondere Aufmerksamkeit zollten ADFC und BMVI den Aufholer-Städten, die sich im Vergleich zum Fahrradklima-Test 2012 am stärksten verbessern konnten: Wuppertal, Augsburg, Stuttgart, Göttingen, Heilbronn, Trier, Schwerin, Iserlohn, Norderstedt, Heiligenhaus, Wipperfürth, Eschborn und Ilmenau.

Radfahren in hügeligen Städten — das geht!

Der ADFC-Bundesvorsitzende Ulrich Syberg sagte: „Städte, die den Radverkehr voran bringen, können sicher sein: Das Engagement kommt an — die Menschen bemerken die Verbesserung. Wuppertal ist hier beispielhaft mit seiner neuen Nordbahntrasse. Durch sie ist es möglich, selbst in dieser extrem hügeligen Stadt komfortabel und sicher Rad zu fahren. Fahrradfreundlichkeit hebt das Image einer Stadt, macht sie attraktiv als Wirtschaftsstandort, für Neubürger und Touristen. Gute Fahrradinfrastruktur schafft Anreize, auch mit dem Rad zur Arbeit oder zum Einkaufen zu fahren. Das bringt Vorteile für die Gesundheit und Zufriedenheit der Menschen und es entlastet die Stadt von Lärm und verstopften Straßen. Investitionen in den Radverkehr sind Investitionen in die Zukunftsfestigkeit und Attraktivität einer Stadt.“

Schlechte Noten für Parken auf Radwegen und Ampelschaltungen

Die meisten Test-Teilnehmer sind zufrieden mit der Erreichbarkeit von Zielen mit dem Rad (Schulnote: befriedigend). Auch die Kernfrage: „Bei uns macht Radfahren Spaß bzw. Stress“ wird recht positiv bewertet (Note: befriedigend). Genervt sind die Radfahrenden vor allem von geduldetem Parken auf Radwegen, von ungeeigneten Ampelschaltungen, fehlendem Winterdienst für Radwege sowie Unterbrechungen durch Baustellen (Note: ausreichend bis mangelhaft). Und: Die Mehrzahl fühlt sich beim Radfahren nicht sicher (Note: ausreichend).

Gewünscht: Mehr Radwege, weniger Tempo

Syberg: „Wenn sogar die Intensiv-Radfahrer sagen, dass sie sich mit dem Rad auf der Straße nicht sicher fühlen, dann schrillen bei uns die Alarmglocken. Denn wir wissen aus internationalen Studien, dass die gefühlte Sicherheit der entscheidende Faktor ist bei der Frage: Steige ich aufs Rad oder ins Auto. Wer mehr Radverkehr will, muss hier ansetzen.“ Geeignete Maßnahmen wären laut ADFC-Fahrradmonitor: Geringeres Verkehrstempo — also mehr Tempo-30-Zonen — und mehr komfortable und klar erkennbare Radwege.

Fahrradfreundlichkeit muss nicht teuer sein

Aber auch mit wenig aufwändigen Maßnahmen ließe sich das Fahrradklima wirkungsvoll verbessern: Durch einen Herbst- und Winterdienst für Radwege sowie radfahrerfreundliche Lösungen an Baustellen. Gegen das große Ärgernis der zugeparkten Radwege hilft nur höherer Verfolgungsdruck durch die Behörden, so der ADFC.

Nähere Informationen zu allen deutschen Städten finden Sie unter www.adfc.de/fahrradklima-test.

Der Fahrradklima-Test wird gefördert vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans.

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