Absteigen Ende?
Eine Glosse von Peter Herd



Da gab es eine Baustelle in der Bismarckstraße, die den Radweg blockierte, so dass nur der Gehweg frei war. So etwas kommt öfter vor und ist also nichts Besonderes. Meist ist dann dieses unsinnige Schild „Radfahrer absteigen!“ aufgestellt. Aber bei dieser Baustelle war es anders. Hier standen zwei Schilder, nämlich das obligatorische „Radfahrer absteigen!“ und darunter das Schild „Ende!“ Da habe ich mich gefragt, was der Künstler damit wohl zum Ausdruck bringen wollte.

Normalerweise steht das Schild „Ende!“ immer dort, wo eine bis dorthin gültige Regelung oder Maßnahme aufgehoben oder durch eine andere ersetzt wird. Wenn ich dieser Logik folge, so bedeutet das im konkreten Fall, dass das Absteigen jetzt ein Ende hat und ich wieder fahren darf. Weiter dieser Logik folgend, heißt das aber auch, dass ich bis zu diesem Punkt hätte abgestiegen sein, also hätte schieben müssen.

Im Klartext heißt das, ich hätte vom Kreisverkehr Bismarck-, Robert-Blum-Straße bis hierher das Rad auf einem völlig freien Radweg abgestiegen schieben müssen, um nun nach etwa anderthalb Kilometern zu Fuß wieder aufsteigen und an der engsten Stelle dieser Strecke fahren zu dürfen.


An einer anderen Baustelle auf dem Radweg waren auch zwei Schilder aufgestellt, das Zeichen 240, das diesen Abschnitt als kombinierten Geh- und Radweg ausweist (also zur Benutzung freigibt) und darunter wieder das beliebte „Radfahrer absteigen!“

Bei solch merkwürdigen Beschilderungen ist der Fantasie Tür und Tor geöffnet. Es kann ja sein, dass bei der Auswahl der Schilder die Regelung besteht: Eins muss, das andere darf frei gewählt werden. Das Muss ist „Radfahrer absteigen!“, die freie Wahl ist das, was man gerade so in der Schilderkiste findet.


Es wäre zu überlegen, ob man „Radfahrer absteigen Ende!“ nicht an den Ortseingangsschildern der Stadt aufstellen sollte. Dann bräuchte hier in der Stadt niemand mehr abzusteigen.

Liebe Radler aus anderen Orten, folgt bitte nicht der oben erwähnten Logik.




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